Es gibt einige Namen im deutschen Fernsehjournalismus, deren Identität sich nicht auf das Nachrichtenstudio beschränkt. Aline Abboud ist eine von ihnen. Die in Ostberlin geborene Journalistin studierte Arabistik, arbeitete als Nahostjournalistin, war für das ZDF tätig, moderierte die beliebte ARD-Nachrichtensendung „Tagesthemen“ und machte sich später als Autorin einen Namen.
Ein besonderer Aspekt ihres Lebens ist ihre deutsch-libanesische Herkunft. Ihre Mutter war Deutsche, ihr Vater ein libanesischer Fotograf. Diese familiären Wurzeln prägen auch ihre Ausbildung, ihren Journalismus und ihr Buch „Barfuß im Tetas Garten“.
Wer ist Aline Abboud?
Aline Abboud ist eine deutsche Journalistin, Fernsehmoderatorin, Redakteurin und Autorin. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Arbeit bei Tagesthemen, Tagesschau24, ZDF, heute Xpress und DIE DA OBEN! sowie durch ihre Berichterstattung über internationale Themen und den Nahen Osten.
Sie wurde am 23. Januar 1988 in Ost-Berlin geboren. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Ost-Berlin noch zur Deutschen Demokratischen Republik. Später studierte sie Arabistik an der Universität Leipzig und begann ihre journalistische Laufbahn.
Ein wichtiger Meilenstein ihrer Karriere folgte 2021, als sie Teil des Moderationsteams der ARD-Tagesthemen wurde. Nach den verfügbaren biografischen Angaben war sie von September 2021 bis Januar 2024 bei Tagesthemen und Tagesschau24 tätig.
Aline Abbouds frühes Leben und familiärer Hintergrund
Aline Abboud wurde in einer deutsch-libanesischen Familie geboren. Ihr Vater stammt aus Byblos im Libanon und war Fotograf. 1982 kam er in die DDR, um Fotografie zu studieren. Ihre Mutter ist Deutsche und arbeitete als Apothekerin. Abboud wuchs im Berliner Bezirk Pankow auf.
Der Libanon war in ihrem Leben jedoch nicht nur das Herkunftsland ihres Vaters. Das Land war auch Teil ihrer Kindheit und ihrer Familiengeschichte. Laut ihrem Verlag Ullstein verbrachte sie ihre Sommerferien bei ihren Großeltern und zahlreichen Cousins im Libanon. Dadurch entwickelte sie bereits früh eine enge persönliche Verbindung zum Land.
Dieser familiäre Hintergrund beeinflusste später auch ihre beruflichen Interessen. Ihre Verbindung zur arabischen Welt und ihr Interesse am Nahen Osten führten sie zunächst zur Arabistik und später zu einer journalistischen Tätigkeit mit internationalem Schwerpunkt.
Aline Abbouds Ausbildung
Aline Abboud besuchte das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Berlin und legte dort 2007 ihr Abitur ab. Anschließend begann sie an der Universität Leipzig ein Studium der Arabistik beziehungsweise Arab Studies.
Während ihres Studiums verbrachte sie auch Zeit in Beirut und Istanbul. Diese Aufenthalte erweiterten ihre Kenntnisse über die arabische Sprache, Kultur und Politik. 2013 schloss sie ihr Studium mit einem Masterabschluss ab.
Die akademische Ausbildung erwies sich später als besonders wertvoll für ihre journalistische Arbeit. Vor allem bei internationalen Themen und der Berichterstattung über den Nahen Osten konnte sie von ihren Sprach- und Regionalkenntnissen profitieren.
Der Beginn ihrer journalistischen Karriere
Noch während und nach ihrem Studium sammelte Aline Abboud praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen des Journalismus. Dazu gehörten Praktika bei Printmedien, Radio- und Fernsehsendern.
Anschließend absolvierte sie unter anderem eine journalistische Ausbildungsphase beim Deutschen Bundestag. 2016 begann ihre Tätigkeit beim ZDF. Dort arbeitete sie zunächst als Social-Media-Redakteurin und Redaktionsassistentin.
Diese ersten Stationen legten den Grundstein für ihre spätere Karriere im deutschen Fernsehen.
Aline Abboud beim ZDF
Beim ZDF übernahm Aline Abboud verschiedene journalistische Aufgaben. Sie arbeitete unter anderem als Redakteurin und Moderatorin bei heute Xpress. Später war sie auch als Reporterin für das auslandsjournal tätig.
Durch diese Tätigkeiten konnte sie sich zunehmend als Journalistin mit internationalem Schwerpunkt etablieren. Besonders ihre Kenntnisse über den Nahen Osten wurden zu einem wichtigen Bestandteil ihres beruflichen Profils.
Gleichzeitig sammelte sie Erfahrungen im digitalen Journalismus und in Formaten, die sich speziell an ein jüngeres Publikum richteten.
DIE DA OBEN! und digitaler Journalismus
Ein weiterer wichtiger Teil von Aline Abbouds Karriere ist DIE DA OBEN!. Das politische Format richtet sich insbesondere an jüngere Zuschauer und erklärt politische Themen sowie parlamentarische Vorgänge in einer verständlicheren und moderneren Form.
Durch ihre Tätigkeit bei DIE DA OBEN! war Abboud nicht nur im klassischen Fernsehen präsent, sondern auch im digitalen Journalismus aktiv. Das Format wurde unter anderem über YouTube und weitere digitale Plattformen verbreitet.
Diese Arbeit ermöglichte es ihr, politische Themen auf eine direkte und zeitgemäße Weise einem jüngeren Publikum näherzubringen.
Zenith – Der Nahost-Podcast
Aline Abboud war außerdem am „Zenith – Der Nahost Podcast“ beteiligt. In diesem Format standen Entwicklungen und gesellschaftliche sowie politische Themen aus dem Nahen Osten im Mittelpunkt.
Diese Tätigkeit passte besonders gut zu ihrem akademischen und familiären Hintergrund. Ihr Studium der Arabistik, ihre Zeit in Beirut und ihre familiäre Verbindung zum Libanon ergänzten ihre journalistische Beschäftigung mit der Region.
Der Wechsel zur ARD und zu den Tagesthemen
Im Jahr 2021 erreichte Aline Abboud einen der wichtigsten Punkte ihrer bisherigen Karriere. Sie wechselte vom ZDF zur ARD und wurde Teil des Moderationsteams der Tagesthemen.
Am 4. September 2021 moderierte sie erstmals die Sendung.
Diese Position war auch aus historischer Sicht bemerkenswert. Nach den verfügbaren biografischen Angaben war Abboud die erste in der ehemaligen DDR geborene Frau, die die Tagesthemen moderierte.
Damit erreichte sie eine der bekanntesten Positionen im deutschen Nachrichtenjournalismus.
Aline Abboud bei Tagesschau24
Neben den Tagesthemen war Abboud auch bei Tagesschau24 als Nachrichtenmoderatorin tätig.
Nach den Angaben der deutschsprachigen Wikipedia begann sie dort im Februar 2022 mit der Moderation von Live-Nachrichten.
Damit war sie während ihrer ARD-Zeit sowohl in einem wichtigen Nachrichtenmagazin als auch in der laufenden Nachrichtenberichterstattung präsent.
Warum verließ Aline Abboud die Tagesthemen?
Aline Abbouds Tätigkeit bei den Tagesthemen endete im Zusammenhang mit ihrer Mutterschaft und ihrer anschließenden beruflichen Neuorientierung. Anfang 2024 ging sie in den Mutterschutz.
Ihre Zeit als Tagesthemen-Moderatorin wird heute daher am besten mit 2021 bis 2024 angegeben. Wer einen aktuellen Artikel über sie schreibt, sollte sie nicht als derzeitige Tagesthemen-Moderatorin bezeichnen.
Aline Abbouds Privatleben
Aline Abboud hält große Teile ihres Privatlebens bewusst aus der Öffentlichkeit heraus. Deshalb sind nicht alle Angaben zu ihrem Partner oder ihrer Familie öffentlich und zuverlässig dokumentiert.
Bekannt ist jedoch, dass sie im April 2024 Mutter wurde. Über ihr Kind hält sie sich weitgehend bedeckt und schützt damit ihre Privatsphäre.
Ihr deutsch-libanesischer familiärer Hintergrund ist dagegen gut dokumentiert und spielt eine wichtige Rolle in ihrer Biografie. Besonders deutlich wird dies in ihrem später veröffentlichten Buch.
Aline Abboud als Autorin
2025 veröffentlichte Aline Abboud gemeinsam mit Nana Heymann das Buch „Barfuß in Tetas Garten – Berlin, mein Libanon und ich“.
Das Buch erschien am 2. Januar 2025 im Ullstein Verlag und umfasst rund 288 Seiten.
Im Mittelpunkt stehen ihre persönlichen Erinnerungen, ihre Familiengeschichte, ihre Kindheit in Berlin und ihre Verbindung zum Libanon.
Der Libanon wird dabei nicht lediglich als Herkunftsland ihres Vaters dargestellt, sondern als ein wichtiger Teil ihrer persönlichen Geschichte und ihrer familiären Identität.
Aline Abbouds neue berufliche Aufgabe beim BMZ
Nach ihrer Zeit im Fernsehen schlug Aline Abboud einen neuen beruflichen Weg ein.
Seit dem 18. August 2025 arbeitet sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Pressesprecherin und Leiterin des Pressereferats. Die Ernennung wurde vom BMZ offiziell bekannt gegeben.
Damit wechselte sie von der journalistischen Berichterstattung in die strategische politische Kommunikation.
Ihre langjährige Erfahrung vor der Kamera, ihre Kenntnisse im Journalismus und ihre Erfahrung mit internationalen Themen bilden dabei eine wichtige Grundlage für ihre neue Aufgabe.
Aline Abbouds wichtigste Erfolge
Aline Abbouds berufliche Erfolge lassen sich nicht allein anhand von Preisen oder Auszeichnungen messen. Ihre Karriere umfasst zahlreiche wichtige Positionen im deutschen Medien- und Kommunikationsbereich.
Zu ihren wichtigsten Meilensteinen gehören ihre Tätigkeit beim ZDF, ihre Arbeit als Moderatorin von heute Xpress, ihre internationale Berichterstattung für das auslandsjournal, ihre Arbeit bei DIE DA OBEN!, ihre Tätigkeit beim Nahost-Podcast Zenith, ihre Moderation der Tagesthemen und von Tagesschau24, ihre Arbeit an einer ARTE-Dokumentation, ihre Tätigkeit als Autorin sowie ihre spätere Position beim BMZ.
Besonders hervorzuheben ist ihre historische Rolle als erste in der ehemaligen DDR geborene Frau, die die Tagesthemen moderierte.
Bei individuellen großen Journalismus- oder Fernsehpreisen sollte man dagegen vorsichtig sein. In den überprüften Quellen konnte kein eindeutiger persönlicher Gewinn eines großen deutschen Fernsehpreises bestätigt werden.
Aline Abbouds journalistischer Stil
Aline Abbouds berufliches Profil verbindet klassische Nachrichtenmoderation mit digitalem und internationalem Journalismus.
Sie arbeitete sowohl in etablierten Nachrichtensendungen als auch in Formaten für jüngere Zuschauer. Dadurch konnte sie unterschiedliche Formen der journalistischen Kommunikation kennenlernen.
Ihre Themen reichen von deutscher Politik und gesellschaftlichen Fragen bis zu internationalen Entwicklungen und dem Nahen Osten. Gerade die Verbindung aus Arabistik-Studium, familiärem Bezug zum Libanon und journalistischer Erfahrung macht diesen Schwerpunkt zu einem besonderen Teil ihrer Karriere.
Fazit
Aline Abboud ist weit mehr als eine ehemalige deutsche Fernsehmoderatorin. Ihre Karriere zeigt den Weg einer Journalistin, die ihre akademische Ausbildung, ihren deutsch-libanesischen Familienhintergrund und ihre internationale Perspektive miteinander verbunden hat.
Von ihrer Geburt 1988 in Ost-Berlin über ihr Arabistik-Studium an der Universität Leipzig und ihre journalistischen Stationen bei Reuters und ZDF führte ihr Weg zur ARD und schließlich zu den Tagesthemen. Dort schrieb sie mit ihrer Moderation ein kleines Stück deutscher Fernsehgeschichte.
Nach ihrer Zeit bei der ARD erweiterte sie ihr berufliches Profil erneut. Mit ihrem Buch „Barfuß in Tetas Garten – Berlin, mein Libanon und ich“ gab sie Einblicke in ihre persönliche Verbindung zum Libanon. Gleichzeitig wechselte sie in den Bereich der politischen Kommunikation.
Seit August 2025 ist sie Pressesprecherin und Leiterin des Pressereferats im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Damit steht Aline Abboud heute für eine außergewöhnliche berufliche Entwicklung: von der Arabistik über internationale Journalistik und große deutsche Nachrichtensendungen bis hin zur politischen Kommunikation auf Bundesebene.